Schwangerschaftskonfliktberatungen sind unerlässlich: Aufklärung und Information stärkt die Selbstbestimmung

08.03.2018

Am Weltfrauentag (8. März) bezieht die AWO Position für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen

Allein 2016 haben in NRW rund 170.000 Frauen ein Kind zur Welt gebracht. Knapp 32.000 Frauen haben in NRW Unterstützung bei der schweren Frage für oder gegen die Mutterschaft in den Schwangerschaftsberatungsstellen gesucht, wobei sich etwa jede dritte Frau für das Baby entschieden hat.
Die Fachkräfte aus den Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen reiben sich die Augen: Jahrelang hat sich niemand um das Thema gekümmert, inzwischen entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um das Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch. Entzündet hat sich die Diskussion an der Verurteilung einer Frauenärztin durch das Amtsgerichts Gießen Ende 2017. Sie hatte gegen den § 219 a des Strafgesetzes verstoßen. Dieser Paragraph verbietet Ärzten, Werbung für den Schwangerschaftsabbruch zu machen. „Dass in einem Rechtsstaat die Werbung für eine straffreie Handlung kriminalisiert wird, ist nicht nachvollziehbar“, sagt Xenja Winziger, Fachberaterin für Frauen und Gleichstellung beim AWO Bezirksverband Westliches Westfalen mit Sitz in Dortmund.

Den betroffenen Frauen fehle es oft an Ärzten, die einen Abbruch durchführen können. „In den Momenten, in denen Frauen sich zum Abbruch entschieden haben, müssen sie schnell aus ihrer Situation erlöst werden“, erläutert die Fachfrau.
„Frauen beantworten die Frage für oder gegen ein Kind nicht leichtfertig“, so Winziger. Sie fordert: „Das Recht der Frauen, im Dialog mit den Partnern selbstbestimmt zu entscheiden, wann sie ein Kind austragen möchte oder nicht, soll und muss unantastbar sein.“

Die AWO möchte am Weltfrauentag Position für Selbstbestimmung beziehen. Frauen, die in der schwierigen Situation sind, sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden, benötigten Zeit, Informationen und ein Gegenüber, das ihnen die eigenen Werte und Vorstellungen nicht überstülpt.

Die AWO hat es sich auf die Fahne geschrieben, Menschen auf ihrem Weg zur sexuellen Selbstbestimmung zu unterstützen. Die AWO-Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen bieten den nötigen Raum und ergebnisoffene Beratung. AWO-Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen setzen sich für das Recht der Frauen und die Möglichkeit der Betroffenen aktiv ein.

Weitere Nachrichten

Meldung vom 03.12.2018
Am 21. Dezember lädt die AWO in Dortmund zum Mitsingen an historischen Stätten ein weiterlesen
Meldung vom 01.12.2018
Am 21.12.2018 ist Schicht im Schacht. Die AWO sagt: „Danke Kumpels. Eure Werte bleiben!“ weiterlesen
Meldung vom 23.11.2018
Nachdem die Gewerkschaft Ver.di den bestehenden Tarifvertrag gekündigt hat, präsentiert die AWO NRW ihren Beschäftigten zum 100sten Jahr ihres Bestehens ein „Jahrhundertangebot“ – 7 % in drei Schritten! weiterlesen
Meldung vom 22.11.2018
150 Schulen, an denen rund 200 Fachkräfte im Einsatz sind – die AWO in NRW zählt zu den großen Trägern dieses wichtigen Angebotes. Mit einem Positionspapier hat sie klare politische Forderungen formuliert, um die Schulsozialarbeit in NRW zu stärken. weiterlesen
Meldung vom 22.11.2018
Dortmund, 15.11.2018: Abschlussveranstaltung des Projektes „Achtsamkeitsförderung in der stationären Altenhilfe“ im Lensing Carree in Dortmund. weiterlesen
Meldung vom 14.11.2018
AWO NRW begrüßt das Gesetz zum Teilhabechancengesetz weiterlesen
Meldung vom 01.11.2018
Dealer, die Kinder mir der Höllendroge Zucker anfixen und Grundschüler, die im Kakaosumpf versacken – der Steiger setzt diesmal auf harte Themen. weiterlesen
Meldung vom 30.10.2018
Ende Oktober trafen sich rund 60 Fachleute aus dem Bereich des stationären Wohnens für Menschen mit Behinderung beim AWO Bezirksverband Westliches Westfalen. weiterlesen
Meldung vom 18.10.2018
Im Zuge der Haushaltsberatungen NRW hat die Freie Wohlfahrtspflege beschlossen, die Kampagne „Gute OGS darf keine Glückssache sein – Wir fordern ein Rettungspaket für den Offenen Ganztag“ weiterzuführen. weiterlesen
Meldung vom 10.10.2018
Am 13.10.2018 findet in Essen, Zeche Zollverein, ab 14:00 das Zukunftsforum „Neue Arbeit - Neue Sicherheit“ mit Bundesminister Hubertus Heil statt. weiterlesen